you can get it, if you

Dienstag, 6. Juli 2010

Sonntag, 4. Juli 2010
Bei uns war es gewitterhaft und schon kurz nach Mittag fielen die ersten Tropfen. Nur ein paar Wenige und bald hörte es auch wieder auf, doch man wusste einfach nicht so recht, wie es sich weiter entwickeln wird. Wir blieben zuhause und kramten etwas rum. Ich erledigte Zahlungen und bastelte noch etwas am gestrigen Blogbeitrag rum. So gegen Abend zeigten sich dann vermehrt wieder die Sonnenstrahlen und so bot sich die Gelegenheit für eine kleine Abendrunde.
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Es war um 26° Grad warm, doch die Luft war durch die verschiedenen Regenschauer deutlich sauberer und leichter zu atmen als in den letzten Tagen. Der Untergrund war noch leicht feucht, Sommer dampfte aus den Wäldern. Sehr schön. Ich fuhr hoch zum Irchelturm und machte nebst dem Standardfoto noch ein weiteres Bild unterwegs. Es waren keine Leute unterwegs und somit war es perfekt um etwas abzuschalten und durchzulüften, sich selbst und seinen Körper zu spüren. Das GPS sagt: 28 km., 1:38 Std., 570 Hm
Samstag, 3. Juli 2010
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Am Nachmittag versuchte ich dem unterschiedlichen Fahrverhalten meiner zwei 29er MTBs etwas auf die Spur zu kommen. Auf dem Papier sind die zwei Bikes ziemlich gleich, doch sie fahren sich ziemlich unterschiedlich. Am einfachsten erkennt man die Unterschiede anhand von Vergleichsfotos. Ich stellte den Fotoapparat auf ein Stativ um beides Mal den gleichen Bildausschnitt zu erhalten. Beide Räder stehen vorne bündig an dem aufgestellten Brettchen. Die gelbe Wasserwaage steht senkrecht, direkt hinter dem Lenker des Tallboys.
Sofort sieht man, dass die Intense-Gabel deutlich steiler steht und dadurch der Lenker deutlich weiter vorne an der Wand liegt (die Distanz bis zur Wasserwaage beträgt fast 6cm). Das heisst, die gesamte Sitzposition ist auf dem Intense weiter vorne und so erklärt sich auch, weshald das Spider29 besser bergoch fährt, als der Tallboy. Auch die kürzeren Kettenstreben am Tallboy bringen die Sitzposition weiter nach hinten. Der Tallboy hat eine 120mm Gabel im Vergleich zur 100mm Gabel am Spider29 und auch dies trägt dazu bei, dass der Tallboy das insgesamt längere Bike ist. Weitere Masse und Details kann man rechts ablesen.
So wird mir immer klarer, weshalb ich den Tallboy als etwas träge empfinde. Das schreibe ich nun ohne negative Gedanken. Das Intense Spider29 lag an der nervösen Grenze und eine etwas ruhigere Front kann wirklich nicht schaden. Es gibt kein aktuelles Bike mehr, das einen solch steilen Lenkwinkel (73°) aufweist, wie das Spider29. Der Tallboy ist mit 71° Grad Lenkwinkel laut Papier auf der agilen Seite. Ich brauche scheinbar noch ein paar Kilometer, doch ich werde mich bestimmt mit den neuen Fahreigenschften anfreunden.
Nachtrag: Ich habe die beiden Bilder oben noch etwas zurechtgeschnitten und dann als Animation abgespeichert. Nun wechselt das Bild jede Sekunde und man kann die verschiedenen Positionen auf den jeweiligen Bikes gut erkennen. (Achtung, der Download könnte etwas dauern, 640KB).
Um elf Uhr war ich mit Jürg auf eine Samstagstrainingsrunde verabredet. Als ich das Santa Cruz Tallboy aus der Garage nahm war es schon drückend warm und es war klar, dass es noch richtig heiss wird. Schon an der ersten Steigung zum Treffpunkt begann ich kräftig zu schwitzen.
Wir wollten wieder einmal den "alte Züri-Weg" in den Wäldern zwischen Glattfelden und Höri abfahren und starteten deshalb in Richtung Bülach. Im Industriequartier gibt es einen berüchtigten Drop über eine Treppe auf einen Vorplatz, den wir heute auch mitnehmen wollten. Berüchtigt deshalb, weil man bei der Landung auf Asphalt meist hart aufsetzt und wir da schon manchen Plattfuss durch Durchschlag produziert hatten. Ich fuhr voraus und entschied mich mit viel Speed die Sache anzugehen um etwas flacher zu landen. Dennoch rumpelte es zügig und ich hatte auch das Gefühl, dass die Felge bis auf den Reifen durchdrückte, doch ich hatte noch Luft in beiden Reifen. Nicht so Jürg. Plattfuss hinten, man kennt es ja...
. Während der Reparaturpause philosophierten wir darüber, ob ich nun dank tubless/schlauchlos pannenfrei geblieben bin. Ich weiss es nicht, es könnte jedoch schon sein, denn ich hatte da auch schon einen Plattfuss gefahren.
Bei den kleinen Sprungschanzen auf dem Hoh-Chi-Ming Trail gab es dann das einzige Foto des Tages. Leider lag der Fokus auf dem Hintergrund und nicht auf dem Fahrer oder, ich war für die Digitalkamera einfach zu schnell... Der "alte Züri-Weg" war dann super zu fahren, weil die Bedingungen wirklich staubtrocken und dadurch sehr schnell waren. Nur, so um die Mittagszeit wurde die Hitze immer drückender und auch das Atmen viel etwas schwerer. Ich denke wieder an Ozon oder so etwas. Egal. Wir wollen etwas Kühles trinken und steuern deshalb das Velobeizli in Höri an.
Nach der Erfrischung überlegten wir, was wir noch fahren wollten, doch eigentlich war es uns Beiden fast zu heiss. Wir fuhren deshalb eher flach und einfach in Richtung Kloten und von da nach Hause.
Freitag, 2. Juli 2010
Am Montagabend schwänzten Karin und ich die Pilatesstunde. Es war uns zu heiss und wir wollten das erste Mal in diesem Jahr in's örtliche Freibad. Das hat mir sehr gut gefallen und ich hatte richtig Spass im Wasser rum zu plantschen und von den verschiedenen Sprungbrettern zu springen, denn in jedem Manne steckt noch ein Kind... Dabei habe ich Wasser in die Ohren gekriegt, was an sich kein grosses Thema ist, wenn ich spätabends nicht versucht hätte, meine Ohren mit Wattestäbchen zu trocknen. Dabei habe ich mir nämlich rechts Ohrenschmalz direkt in den Gehörgang, vor das Trommelfell geschoben und so hörte ich fast nichts mehr. Es war mir sofort klar, was das bedeutet. Arzttermin und Ohrenspühlung. Ziemlich doof.
So besuchte ich am Dienstagmorgen seit langem wiedereinmal meinen Hausarzt und innert zehn Minuten war das Problem gelöst. Von der Dienstagabendrunde habe ich ja bereits berichtet.
Am Mittwoch waren Karin und ich dann artig und waren pünktlich um 18:30 Uhr bereit für eine Stunde Power-Yoga. Power-Yoga bei fast 30 Grad... Wer mich kennt, kann sich vorstellen, wie bei mir der Schweiss in Strömen floss... Ich habe kein Problem damit und das ganze toppte ich noch mit einem zehnminütigen Gang in die Sauna, zur Entspannung und Regeneration. Dafür trank ich dann fast zwei Liter Wasser, bis ich zu Bett ging.
Gestern Donnerstag war ich dann mit Jürg auf eine Feierabendrunde verabredet. Nun war es 30° Grad und ich spürte deutlich, dass die Ozonwerte weit über den eigentlichen Grenzwerten lagen. Die Luft ist heiss und stickig und reizt zu husten. Zwar schön und sonnig, doch nicht das ideale Bikewetter. Wir entschieden uns deshalb, ganz locker zu einem schönen Aussichtsrestaurant zu fahren, etwas zu paudern und lecker zu essen. Das war auch mal ganz nett. Es müssen ja nicht immer 50 und mehr Kilometer sein.
Heute war dann Haushalt angesagt. Abstauben, putzen, staubsaugen, Müll entsorgen, einkaufen... das Übliche halt, man kennt es ja. Erst im Laufe des Nachmittags entschied ich mich, doch noch eine kurze Runde Velo zu fahren. In der Zwischenzeit weiss ich nun, welche Länge und Steigung der Vorbau am Santa Cruz braucht und diesen wollte ich bestellen. Ausserdem wollte ich das Gabelschaftrohr auf das richtige Mass kürzen lassen. Das bedeutete also, dass ich zu mainstreet42 nach Zweideln fuhr. Ganz locker. Es war wirklich heiss, über 30° Grad und wieder (oder noch mehr) Ozon! So fuhr ich auch heute eher gemütlich und genoss während der Fahrt den herrlichen Sommertag.
Als ich vorhin nun meine Velokilometer in die Statistik übertrug bemerkte ich, dass ich gestern wir heute je 33 Kilometer und etwa 400 Höhenmeter gefahren bin. Gestern brauchte ich dafür 1:40 Std, heute 1:37 Std. Eine Art Doublette.
Zu berichten gibt es noch, dass ich heute 3x Scherben produzierte! Das erste Mal während dem Einkaufen. Ich nahm ein Sixpack San-Bitter aus dem Gestell und wollte es in den Wagen legen, da fällt eine der kleinen Flaschen aus der Verpackung und die Sauerei ist perfekt. Zum Glück muss man im Geschäft nicht selber putzen und das Personal bleibt dabei erst noch freundlich.
Das zweite Mal war nachmittags, als ich zuhause mit putzen fertig war. Ich füllte mir ein Glas mit Sirup, stellte es auf den Tisch und wollte noch etwas Zeitung lesen. Als ich diese dann aufschlug, streifte ich mit der Hand das Glas, dieses kippt um und geht gleich kaputt. Drei Deziliter Sirup ergiessen sich über den Tisch, über zwei Stühle, auf den kurz zuvor geputzten Boden. Hier kam kein Personal... ich musste selber putzen.
So auch beim dritten Mal, als ich während des Kochens ein Gewürzstreuer aus dem Oberkasten nehmen wollte, dabei ein Glas mit Spargeln touchierte, welches aus dem aus dem Kasten herausfällt und auf der Granitarbeitsfläche in 1'000 kleine Teile zersplittert. Super! Glassplitter im Essen stelle ich mir nicht wirklich gut vor... also sehr vorsichtig alles aufräumen und putzen... (ich hätte vermutlich Lotto spielen sollen. Soviel Schwerben müssen doch Glück bringen)...
Mittwoch, 30. Juni 2010
Direkt nach Arbeitschluss hatte ich einen privaten Termin wahrzunehmen und so war es schon fast 19 Uhr, bis ich zu Hause war. Ich wollte dennoch eine Feierabendrunde fahren, denn der herrliche Abend mit fast 30° Grad wollte einfach noch etwas ausgekostet werden...
Zum neuen Bike hier noch ein paar Gedanken. Wie immer wenn ich ein neues Bike erhalte, habe ich Mühe, die für mich korrekte Sitzposition zu finden. Mühe insofern, dass ich Fehlstellungen nicht sofort merke, sondern erst nach einiger Zeit im Sattel. Eine Stunde kann ich mit fast jeder Geometrie fahren, doch ab 3 Stunden zeigt sich, ob ich gut sitze oder nicht. Es gibt so viele Punkte, die Schmerzen können oder in die andere Richtung, die gefühllos und taub werden können. Nach den zwei langen Touren vom Donnerstag und Samstag war mir klar, dass ich nicht optimal sitze. Ich kriegte Bauchmuskelkater und mein Hintern schmerzte mehr also üblich. Der Sattel war wohl eine Spur zu weit nach hinten geneigt und so drückte mir die Sattelnase stärker auf das Schambein. Dies vielleicht auch deshalb, weil ich steil bergauf öfters mal das Gefühl hatte, am Lenker zu hängen. Genaues messen und vergleichen mit dem Intense zeigte dann, dass ich eher zu lang positioniert bin. In meiner Teilekiste fand ich noch einen 80mm, 5° Vorbau, den ich anstelle des 110mm, 0° Vorbaus montierte. Das verkürzt die Sitzposition gleich um 3cm, was mir bei einer kurzen Testfahrt vor dem Haus als etwas kurz vorkam. Ich konnte den Sattel noch 1cm nach hinten schieben und nun stimmt die Sitzlänge genau mit dem Intense überein. Ich war zudem gespannt, wie der kürzere Vorbau das Lenkverhalten beeinflusst.
In der herrlichen Abendsonne bin ich dann viele meiner Lieblingstrails abgefahren und endlich habe ich auch wieder einmal ein paar Bilder (mit Selbstauslöser) gemacht. Das erste Bild entand um 20 Uhr, das Zweite, oben beim Irchelturm um 21 Uhr. Wieder finde ich interessant, wie die verschiedenen Lichtverhältnisse das Orange des Carbonrahmens verschieden erscheinen lassen. Übrigens, die Bilder sind farblich nicht nachbearbeitet, denn zusätzliche Farbsättigung ist bei dem knalligen Rahmen völlig unnötig.
Die Erfahrungen mit dem kurzen Vorbau waren ziemlich positiv. Ziemlich deshalb, weil ich 80mm nun als zu kurz empfinde. 90mm wäre wohl richtig. Mal sehen, ob ich bei Simon einen entsprechenden Vorbau zum testen ausleihen kann.
Noch was: Am Samstag fuhr ich mit ca. 2,2 bar Reifendruck und hatte oft das Gefühl, zu hart zu fahren. Heute reduzierte ich den Druck hinten wie vorne auf 1,8 bar, was eindeutig richtig war. Der Rollkomfort auf Schotterwegen ist gleich deutlich besser geworden. Es sieht also so aus, dass man ohne Schlauch, mit dieser Tubless-Milch mit weniger Luftdruck fahren kann, ja fast fahren muss. Obwohl ich mir nicht erklären kann weshalb, fühlen sich 2 bar mit Schlauch im Reifen weicher an, als 2 bar mit dieser Milchgeschichte. Ist eigentlich unlogisch, doch ich konnte ja direkt mit dem Intense vergleichen und spürte den Unterschied. Im Moment denke ich, 1,8 bar Schlauchlos entsprechen etwa 2 bar mit Schlauch. Ich werde diesbezüglich sowieso noch etwas experimentieren und dann hier wieder berichten.
Die gefahrene Runde hat mir viel Spass gemacht und ich konnte mich richtig gut entspannen dabei. Bis ich wieder zu Hause war, war es kurz vor zehn Uhr. Herrlich. Ich liebe diese langen und warmen Tage. So könnte es noch länger sein. Das GPS sagt: 28km., 1:52 Std., 810 Hm
Samstag, 26. Juni 2010
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Die heutige Tour hatte ich schon lange im Visier. Ich sah eine Variante davon schon lange in der Swiss Singletrailmap Nr.6 und wollte diese oder eine ähnliche Tour "bei Gelegenheit" mal fahren. Diese Gelegenheit gab es also heute. Im Internet suchte ich einen entsprechenden GPS-Track und wurde hier auch prompt fündig. Die Tourdaten, knapp 60km, knapp 1'600 Hm, klangen doch recht vielversprechend. Also los, downloaden und auf's GPS kopieren.
Kurz nach acht Uhr morgens fuhr ich mit dem Auto zu Jürg, wo wir sein Bike einluden und dann nach Rapperswil zum Tourstart fuhren. Das Wetter war perfekt. Ein Sommertag ohne eine Wolke am Himmel. Kurz nach neun Uhr, als wir auf die Bikes stiegen, war es schon über 20° Grad und im Laufe des Tages sollte es nahe an 30° Grad geben. Ein echter Sonnencreme-Tag.
Wir starten in Richtung Osten und lassen schon bald die Auto-Zivilisation hinter uns. Die Strecke führt leicht ansteigend durch ein Waldgebiet und ist ideal um Körper und Geist etwas anzuwärmen. Die Natur im Schweizer Voralpenraum strotzt nun voller Energie. Überall grün. Das Gras steht teils einen Meter hoh und viele Wiesen werden gemäht, oder das schon trockene Heu wird eingebracht. Entlang der Strecke treffen wir immer wieder auf Bikeschilder, was uns ein gutes Gefühl gibt. An einem Tag wie heute sind natürlich viele Wanderer und andere Wegbenutzer unterwegs und da hilft es, wenn man auf offiziellen Strecken unterwegs ist. Trotz einiger Begegnungen gab es auch überhaupt keine Probleme.
Die Steigung von Wattwil hoch zum Chrüzegg kannten wir schon von einer Tour, die wir vor fünf oder sechs Jahren mal gefahren sind und wir erinnerten uns, dass ein paar ganz fiese und supersteile Abschnitte dabei sind. Man erkennt diese rasch. Sobald betonierte Abschnitte kommen, wird es richtig steil. Ich war heute überaus froh, am Santa Cruz auch ein 20er Kettenblatt angebaut zu haben, denn ich musste wirklich in den allerkleinsten Gängen fahren. Der Lohn für diese Schinderei war dann die traumhafte Aussicht von der Chrüzegg und die leckere Karte im Aussichtsrestaurant. Es war kurz nach zwölf Uhr mittags und wir gönnten uns frisch geschnittenen Bauernspeck und kohlensäurehaltige Getränke.
Die Abfahrt in Richtung Atzmännig war dann kürzer als gedacht und die Gegensteigung die dann folgte war steiler als erwartet. Wieder war das kleine Kettenblatt im Einsatz und der Puls lag längere Zeit an der oberen Grenze. Diese 200 Höhenmeter waren richtig schwer und ich hatte langsam leere Beine. Ich war froh, dass danach fast nur noch bergrunter ging. Und das war dann wirklich sehr schön. Die Route führte wunderschön entlang eines Baches, immer wieder über kleine Brücken, wirklich ein traumhafter Weg.
Auf dem letzten Wegabschnitt haben wir uns dann trotz GPS verfahren und kreuzten dann plötzlich unsere Anfahrtsstrecke. Wir wollten nicht mehr umdrehen und fuhren deshalb die letzten Kilometer genau die gleiche Strecke zurück, die wir hergekommen sind. Zum Schluss belohnten wir uns an der Seepromenade von Rapperswil mit einer Portion Gelati. Die Tour war super, wir waren müde und zufrieden. Das GPS sagt: 61km., 4:24 Std. 1'800 Hm.
Freitag, 25. Juni 2010
Morgens hatte ich noch heftig müde Beine und so liess ich den Tag ruhig angehen. Diese Tage ist richtig schönes Wetter und endlich ist es auch entsprechend warm. Sehr, sehr angenehm.
Später putzte ich das neue Bike und bemerkte dabei, dass die Kette bergrunter scheinbar gegen den kleinen Verbindungssteg zwischen Ketten- und Sitzstrebe schlägt und da die orange Lackierung beschädigt. Ich baute also das Hinterrad aus, reinigte die Stelle und klebte etwas Schutzfolie auf. So um Bike zu schleichen machte natürlich Lust auf eine kleine Runde... und das Wetter war wirklich einladend. Zeit hatte ich auch. Sehr gut. Ich entschied mich für eine erholsame Strassentour und rollte gemütlich durch den schönen Nachmittag... dabei legte ich den dreitausendsten Kilometer im aktuellen Jahr zurück. Der Tacho sagt: 43 km., 1:58 Std., 400 Hm.
Donnerstag, 24. Juni 2010
Kurz nach zwei Uhr nachmittags war es dann soweit. Luftdruck in Reifen und Federelementen überprüft, GPS-Gerät montiert, alles klar für die allererste Tour mit den Santa Cruz Tallboy.
Gespannt steige ich auf und rolle die ersten Meter gemütlich dahin. Alles ist neu und funktioniert tadellos. Die Schaltung ist gewohnt knackig und präzise. Die Sitzosition und das Fahrgefühl sind doch irgendwie anders als auf dem Spider29. Trotz kürzeren Kettenstreben, gerader Sattelstütze und gleichem Sitzwinkel habe ich das Gefühl, weiter hinten, weiter über dem Hinterrad zu sitzen. Zudem fällt der flachere Lenkwinkel sofort auf. Der Tallboy läuft stoisch gerade aus. Der Spider29 war an der Lenkung deutlich agiler/weicher/nervöser als nun der Tallboy. Auf engen Singletrails und raschen Richtungswechseln braucht der Tallboy deutlich mehr Lenkeinsatz, dafür kann es bergrunter fast nicht schnell genug gehen. Da zeigen sich dann die Vorteile dieser Geometrie. Der Tallboy ist laufruhiger als das Intense und die steifere Bauweise lässt einem präzise da hinfahren, wo man hinsteuert. Vor allem bei schnellen Längswellen merkt man einen deutlichen Steifigkeitsunterschied. Während das Intense die Welle weich und ebenfalls wellenartig schluckt, bleibt der Tallboy ruhig und stabil. Das vermittelt ein direkteres und sichereres Fahrgefühl. Sehr gut.
Steile Uphillpassagen sind weniger effizient mit dem Tallboy als mit dem Spider. Beim Tallboy habe ich das Gefühl, etwas am Lenker zu hängen. Die 120mm Gabel baut höher, der Lenkwinkel ist flacher, beides ist nicht ideal für steile Anstiege. Ganz generell stelle ich fest, dass der Tallboy Geschwindigkeit liebt. Je langsamer es wird, desto weniger spassig ist der Tallboy, je schneller es wird, desto wohler fühlt er sich. Forststrassen auf dem grossen Kettenblatt abheizen, das ist wirklich Klasse!
Seit längerem fahre ich wiedereinmal auf die Lägern-Hochwacht und mache da das einzige Foto der heutigen Tour. Man sieht: herrliches Wetter, neues Bike, gute Laune! Was will man mehr? So langsam musste ich mich aber beeilen, damit ich wie verabredet um 18:00 Uhr bei Jürg im Geschäft bin. Geplant war eine Feierabendrunde bis 20:00 Uhr, da waren wir mit Peter (und unseren Frauen) in einem italienischen Restaurant verabredet. Peter war auch mit dem Rad unterwegs, kam jedoch aus einer ganz anderen Richtung.
Bis ich bei Jürg war, hatte ich 55 Kilometer auf dem Tacho und war schon leicht angemüdet. Er war gut motiviert und wartete schon auf mich. Bei dem herrlichen Wetter wollte auch er noch etwas frische Luft tanken und den Berufstag hinter sich lassen. Das führte dann dazu, dass wir ziemlich zügig fuhren und in den zwei Stunden nochmals 35 Kilometer dazu kamen. Ich war deshalb richtig foh, endlich im Restaurant sitzen und etwas essen zu können. Zuerst musste ich jedoch meinen Durst mit drei Fläschen Rivella bekämpfen...
Es war ein schöner Abend und das Essen hat vorzüglich geschmeckt. Peter feierte heute seinen 45. Geburtstag und was gibt es an einem solchen Tag besseres, als mit ein paar lieben Freunden lecker zu essen (o.k. noch besser wäre gewesen, wenn Peters Schatz auch noch hätte dabei sein können). Wir alle waren guter Stimmung und haben uns prächtig unterhalten. So gegen halb zehn Uhr mussten wir uns dann langsam auf den Heimweg machen, da Jürg und ich ohne Beleuchtung unterwegs waren. Bis nach Hause waren es dann nochmals genau 10 Kilometer, was für die ganze Tour dann genau 100 Kilometer ergibt. Das GPS sagt: 100 km., 5:30 Std., 1'800 Hm.
Daraus lässt sich eindeutig ableiten, dass ich mich gut mit dem Tallboy angefreundet habe und dass unsere ersten fünf gemeinsamen Stunden wirklich Spass gemacht haben. Ja, das kommt gut!
Ich bemühte mich, nicht schon um fünf vor zehn Uhr beim Bikehändler zu sein obwohl ich sehr gespannt und leicht kribbelig war... und dann stand das neue Bike dann vor mir! Es ist ein Junge! Ein oranger, frecher Bengel! Er heisst Tallboy.
Nach ein paar Instruktionen der freundlichen Geburtshelfer durfte ich das Baby dann mitnehmen und legte es für den Heimtransport vorsichtig ins Auto. Zuhause öffnete ich das Garagentor und stellte dem Tallboy seine neue Umgebung vor. Hier ist seine Familie und hier wird sein Ruheplatz sein. Er darf sich ans Intense Spider29 anlehnen und das Kish 29er Titanhardtail steht auch gleich daneben. Wahrlich, eine nette Familie wo ein Tallboy wirklich gross rauskommen kann.
Dann habe ich das Intense sowie das Santa Cruz vermessen und die Sitzposition ziemlich angeglichen. Ich fühlte mich auf dem Intense immer wohl, also sollten diese Masse am Santa Cruz wohl auch ganz gut funktionieren. Dann pulte ich noch ein paar Aufkleber von den Felgen um das Gesamtbild etwas ruhiger zu gestalten. Dann war langsam alles perfekt für eine Fotosession im Garten.
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Man erkennt rasch, dass die beiden Rahmen bezüglich Konstruktion gleich sind. Beides mal VPP (Virtual Pivot Point). Der Lenkwinkel am Santa Cruz ist 2° flacher und die Federgabel hat 2cm mehr Federweg, wodurch die Front etwas höher baut. Der Spider29 ist aus Alu und Baujahr 2007. Gesamtgewicht fahrfertig: 13,3 Kilo. Der Tallboy ist aus Carbon und wiegt fahrfertig 12,3 Kilo. Macht genau ein Kilo Unterschied.
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Der orange Rahmen ist schon ziemlich auffällig und deshalb bin ich froh, dass die Anbauteile in dezentem Dunkelgrau oder Schwarz daherkommen. Das lässt den Fokus auf dem Rahmen und so wirkt der Tallboy zwar laut, aber nicht schreierisch oder überladen. Das Vorbau/Spacer-Thema wird sich in den kommenden Wochen klären. Mir gefallen die Spacer unter dem Vorbau nicht wirklich gut und mit einem 6-10° Grad Vorbau könnte ich die Distanzringe rausnehmen und die Lenkerposition beibehalten. Mal sehen. Dieses Thema eilt nicht und ich brauche ein paar Fahrten, um zu merken, was wirklich passt.
So! Genug gequatscht! Die Jungfernfahrt wartet!