rumlungern

Bin die letzten Tage einfach etwas rumgelungert und abgehängt... etwas biken... etwas Internet... etwas Haushalt... aber nichts wirklich Seriöses. Darf auch mal sein und tut nicht weh.
Freitag, 4. Januar 2019

Bin die letzten Tage einfach etwas rumgelungert und abgehängt... etwas biken... etwas Internet... etwas Haushalt... aber nichts wirklich Seriöses. Darf auch mal sein und tut nicht weh.
Mittwoch, 2. Januar 2019

Zuerst: HAPPY NEW YEAR!
War "Fake News" das Unwort des Jahres 2018 oder 2017? Ich weiss nur, dass "Fake News" zwei Wörter sind und nicht nur eins. ![]()
However. Es wird in letzter Zeit viel über Filterblasen und zurechtgeschneiderte Internet-Information geschrieben und gesprochen. Je ausgefeilter die Algorithmen von Google, Facebook, Twitter und Konsorten werden, desto genauer wissen Sie, was wir lesen, wo wir klicken/tippen und demzufolge, was uns interessiert. Und so zeigen Sie uns vorwiegend Dinge und Informationen, die "zu uns passen". Das hilft mir natürlich um meine Meinung zu festigen. Positiv ausgedrückt.
Ein anderes Dilemma erkenne ich bei SPAM-EMails. Seit 1994 verfüge ich über eigene E-Mail-Adressen. Natürlich über mehrere. Privat, Halbprivat, Geschäft, etc. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis SPAM zunimmt. Auf meinem ältesten EMail-Account den ich noch nutze, kriege ich am meisten SPAM/Schrott. Wer kennt es nicht? Ein Bankmanager aus Afrika will mit meiner Hilfe XX Millionen Dollar eines verstorbenen Kunden nach Europa transferieren. Dafür braucht er meine Hilfe und entlöhnt mich dabei mit X Millionen... Die neuste Pille verspricht einen Waschbrettbauch innert 30 Tagen ohne Sport und ohne zu hungern... oder eine Dauererektion für 10 Stunden Nonstop-Sex... oder einen Lottogewinn für dessen Auszahlung ich nur noch meine Bankverbindung angeben soll... oder Bitcoin-Millionen... oder 100%ige Börsentipps... oder... you name it! Über die Jahre stumpft einem das Ganze langsam aber sicher ab...
Und man stellt zudem fest, dass all die SPAMer, SCAMMer, PHISHer immer cleverer und perfider werden. Aus purem Eigenschutz kann man gar nicht anders, als gegen alles Unbekannte und Fremde misstrauisch zu werden. Ja. Mittlerweile lösche ich eigentlich alle EMails, deren Absender ich nicht persönlich kenne. - Nur: so lerne ich auch nichts Neues mehr kennen und bewege mich in meiner bekannten Blase.
Im Grossen kommt der Verdacht auf, dass es gar keine uninterpretierte Wahrheit mehr gibt. Noch schlimmer: Vielleicht hat es die gar nie gegeben... Es kommt alles als eine Meinung daher, die uns irgendwie beeinflussen will. Vielleicht hat das auch mit der unglaublichen Schnelllebigkeit des Mediums Internet zu tun. Eine Wahrheit ist so schnell erzählt, dass noch viel Zeit und Platz bleibt um diese Wahrheit auszuschmücken, zu analysieren und zu interpretieren. Irgendwie muss man Alles aufpeppen und dem möglichen Leser schmackhaft machen, weil jeder Schreiber/Autor/Journalist/Publizist heutzutage von Klicks/Likes/Shares und Followern lebt... und nicht davon, wie wahr und informativ seine Story ist.
Vor ein paar Wochen vermeldete DER SPIEGEL, dass einer ihrer bestdekorierten und mit vielen Auszeichnungen gewürdigter Journalist zumindest Teile seiner Stories erfunden hat. Man muss fast annehmen, dass eben diese erfundenen Ausschmückungen sehr gut angekommen sind und er genau deswegen diese Preise gewann... Was soll man dazu sagen? Wem kann man denn noch glauben?
Der amerikanische Lügen-Präsident treibt das alles noch auf die Spitze. Man kann es wirklich niemandem mehr verübeln der sagt: "Ich glaube nichts mehr! Das ist alles Fake-News! Alle wollen mich nur beeinflussen und mir so letztendlich das Geld aus der Tasche ziehen!"
Tja... Finden wir denn überhaupt noch ein gemeinsames Fundament von dem aus wir konstruktiv diskutieren können? Wenn wirklich alles in Frage gestellt ist braucht es auch keine Diskussion mehr, weil eh keiner mehr dem Anderen glaubt. Man will auch nicht mehr dazulernen, denn somit würde man sich ja beeinflussen lassen. Man sucht nur noch Bestätigung und die braucht keine Diskussion. Eine Wiederholung des Bekannten und ein Kopfnicken reicht. Alles andere ist FAKE!
Ich glaube, dass ich schon früher einmal in diesem Blog darüber geschrieben habe. Das grösste Problem von Algorithmen besteht darin, dass sie aus einer Vergangenheit eine gleichartige Zukunft errechnen. Das erzeugt diese Blasen des immer gleichen. Das Alte holt uns immer wieder ein und bestärkt uns darin. Egal ob die Vergangenheit gut und richtig war oder schlecht und falsch...
Donnerstag, 27. Dezember 2018
Wer im Zürcher Unterland wohnt, weiss genau was "gebietsweise Nebel" heisst. Sprich: Wir sitzen jedesmal unter oder in dieser grauen Nebelsuppe und das kann einem schon mal aufs Gemüth schlagen. Wenn die Nebelobergrenze so um die 800 m.ü.M. liegt, hat man auf der Lägern Hochwacht die beste Möglichkeit um mal die Sonne zu sehen. Der Üetliberg ist fast gleich hoch und als ich um etwa 10:00 Uhr die dortige Webcam ansurfte, sah ich blauen Himmel. Sehr gut. Also ab auf's Bike und los in Richtung Lägern.

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Die Anfahrt war ziemlich kalt und grau und auch im Anstieg zur Hochwacht war ich mir lange nicht sicher, ob es wirklich über die Nebeldecke reicht. Erst auf den letzten Höhenmetern lichtete sich der Nebel und auf der Aussichtsplattform war man vielleicht 20 Meter über dem Nebelmeer. Wenn man in Richtung der Alpen blickte konnte man sehen, dass auch vom Üetliberg, nur ein kleines Stück aus dem Nebel ragte. Egal. Es hat gereicht und so konnte ich mich in die Sonne setzen und etwas Vitamin D tanken.
Den Rückweg bin ich über Regensberg gefahren und natürlich machte ich am Pistenende bei Oberglatt meinen obligaten Kaffeehalt. Nur noch ein kleiner Hügel trennte mich von zu Hause und da sich der Nebel im Laufe des Tages auflockerte hatte ich Glück um nochmals eine sonnige Pause einlegen zu können. Ich zückte die neue Kamera und das Ministativ um ein Foto mit Selbstauslöser zu schiessen. Dann noch eine kurze Abfahrt, einen letzten flachen Kilometer, und danach ab unter die warme Dusche. Schön war's! Das GPS sagt: 52km, 3:16 Std., 850Hm
Dienstag, 25. Dezember 2018
Gestern Abend feierten wir zum ersten Mal Familienweihnachten ohne unseren Vater, resp. Grossvater. Das war etwas komisch. Sein Tod ist auf den Tag genau ein halbes Jahr her. Wir waren also schon traurig und dennoch ist Weihnachten ja ein Fest der Freude und der Liebe. Es war ein Wechselbad der Gefühle und wir versuchten alle, uns nicht wirklich runter reissen zu lassen. Der Älteste ist von uns gegangen. Der Stab wurde weiter gereicht...
Es gab dann natürlich auch Geschenke und eines davon will ich hier erwähnen. Nachem ich im Sommer 2017 meinen Digital-Fotoapparat verloren habe dachte ich ja, dass ich zukünftig nur noch mit dem Handy fotografieren würde. Dafür kaufte ich mir dann Anfang Februar 2018 ein neues HUAWEI-Handy. Nun, ein knappes Jahr später habe ich meine Meinung wieder geändert. Fotografieren mit dem Handy klappt zwar, doch es ist in der Handhabung einfach ziemlich unpraktisch. Man kann z.B. das Handy nirgends hinstellen um per Selbstauslöser Fotos zu machen. Dies ganz einfach, weil das dünne Handy, mit den abgerundeten Kanten einfach nirgends stehen bleibt. Das Handy hat auch keine Anschlussmöglichkeit für ein Stativ, was ich bei Velofahrten doch noch oft benutzt habe. Und ja, die Fotoqualität des Handys ist zwar gut, aber doch nicht so gut wie die einer soliden Digitalkamera mit gutem Objektiv und grossem Aufnahmesensor.
Ich habe mich dann vor allem in Radfahrer- und Radreise-Foren umgehört, welche Apparate denn klein, praktisch und qualitativ gut sind. Viele Radfahrer dokumentieren ja ihre Reisen und darunter gibt es auch echte Foto-Cracks. In diesen Foren wurde immer wieder die SONY RX100 erwähnt. Aktuell ist derzeit die Modellvariante 6, die kostet jedoch über 1'000 Franken. Soviel wollte ich auf keinen Fall ausgeben. In den oben genannten Foren wurde aber auch gesagt, dass seit der Modellvariante 3 die Fotofunktionalität und -qualität gleich geblieben sei. Die neueren Versionen wurden vor allem im Video-Bereich verbessert (4K) und haben einen Touchscreen erhalten. Beides Dinge, die ich eigentlich nicht brauche. Die Modellvariante 3 gibt es derzeit so um die Fr. 450.00. Schon besser. Dann kam der grosse Moment, als mich meine Frau fragte, was ich mir denn zu Weihnachten wünsche... BINGO! Und so konnte ich gestern meine neue Digitalkamera auspacken! Super! Und: VIELEN DANK!
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Heute war es trocken und wolkenverhangen oder hochneblig, so genau kann ich das nicht sagen. Auf alle Fälle wollte ich eine kurze Bikerunde drehen um erstens etwas an der frischen Luft zu sein und zweitens, die neue Kamera auszuprobieren. Ausprobieren konnte ich auch gleich eine neue, kleine Tasche, die ich ans Bike montiert habe. Sie befindet sich auf dem Oberrohr, direkt hinter dem Vorbau und somit in idealer Griffposition. Die Tasche hat nur wenig Platz, doch es reicht gerade für das Handy, mein kleines Portemonaie und den neuen Fotoapparat. Sehr gut. Die Tasche hat einen Klappdeckel und lässt sich mit einem Griff öffnen oder wieder schliessen. Anhalten, Fotoapparat zücken und ein Foto machen gelingt also innert weniger Sekunden. So muss es sein! Die gemachten Fotos sind jetzt nicht hammermässig, dafür war es zu grau und diffus, doch für ein paar Testbilder hat es gereicht. Ich muss in den nächsten Tagen so oder so zuerstmal die Bedienungsanleitung des Fotoapparats studieren und mich mit den verschiedenen Funktionen erst vertraut machen.
Donnerstag, 13. Dezember 2018
Habe heute morgen einen alten GPS-Track hervorgekramt, weil ich mich nicht mehr im Detail an die Streckenführung des "Kyburg-Loop" erinnern konnte. Um 11:00 Uhr bin ich losgefahren und es war eine sehr schöne Biketour, mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Fotos habe ich aber keine gemacht.
Mit dem ungefederten TREK 1120 kann ich wirklich die gleichen Touren fahren, wie mit dem vollgefederten SANTA CRUZ Tallboy. Ich finde es noch nicht mal unbequemer, auch wenn es klarerweise mehr holpert und man bergrunter etwas Geschwindigkeit rausnehmen muss.
Dienstag, 11. Dezember 2018
Bei dem schönen Wetter heute, hätte ich mich auch mit der Rikscha in der Stadt rumtreiben können und versuchen etwas Geld zu verdienen. Aber irgendwie ist bei mir die Luft bezüglich Rikscha fahren im Moment ziemlich draussen. Die Saison war lang und ohne eine Buchung kann ich mich derzeit nur schwer motivieren. Irgendwie habe ich es für dieses Jahr gesehen...
Also nutzte ich das Wetter für eine längere Mountainbikerunde mit dem neuen Velo.

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Die gewählte Strecke bin ich früher oft mit Freunden gefahren. Von zuhause nach Pfungen, von da hoch zum Irchelturm, weiter zur Hochwacht, runter zur Tössegg, hoch zum Rhinsberg und dem Hügelkamm entlang bis nach Eschenmosen. Weil ich genug Zeit hatte, fuhr ich runter ans Pistenende bei Oberglatt und genehmigte mir da noch einen Kaffee, bevor ich dann wieder nach Hause fuhr. Das GPS sagt: 49km, 3:21 Std., 1'100 Hm.
Es war einfach nur schön. Das Velo funktioniert nun einwandfrei. Ich wüsste echt nicht, was man noch verbessern könnte. Die Sonne schien, die Luft war kalt und gut zu atmen. Ich war meist völlig alleine, höchstens ein paar Hündeler. Wirklich perfekt!
Samstag, 8. Dezember 2018
Wenn ich ein neues Bike kaufe, dann brauche ich ein paar 100 Kilometer, bis ich wirklich damit zufrieden bin. Damit meine ich, bis ich es auf meine Körpermasse, Bedürfnisse und Vorlieben angepasst habe. Auch diesmal fing es mit Sattel, Lenker, Griffen und Pedalen an. Also alle Kontaktpunkte zwischen Rad und Mensch. Da weiss ich mittlerweile recht gut, was ich mag und was für mich funktioniert.
Am letzten Samstag merkte ich dann, dass ich doch noch etwas kleinere/kürzere Gänge gebrauchen könnte. Auch im Hinblick auf die geplante Radreise, da ich dann ja noch mit Gepäck unterwegs bin und so noch mehr Gewicht berghoch treten muss. Auf Grund des schlechten Wetters hatte ich auch genügend Zeit um in Internet nach Möglichkeiten und Alternativen Ausschau zu halten und mir dann die benötigten Teile zu bestellen. Ich kaufte mir ein neues/kleineres Kettenblatt und eine etwas anders zusammengestellte 11fach-Kassette. Auf dem untenstehenden Bild kann man es kaum erkennen, doch das neue Kettenblatt hat 28 Zähne (vorher 30) und es ist oval, also nicht ganz rund. Die dickste Stelle des Kettenblatts erreicht man bei waagrechter Pedalstellung (also dort wo man die meiste Kraft erzeugt) und die dünnste Stelle erreicht man bei senkrechter Pedalstellung, wo man eben kaum Druck aufs Pedal kriegt. Wer sich dafür interessiert, kann die (pseudo-)wissenschaftlichen Hintergründe hier nachlesen.
Die hintere Kassette ist -wie auch schon die original verbaute- vom schnellsten Gang mit 11 Zähnen bis zum langsamsten Gang mit 46 Zähnen gefächert. Der Unterschied liegt allein in den Abstufungen dazwischen. Die sind bei der neuen Kassette einfach gleichmässiger verteilt. Vereinfacht könnte man sagen, dass im vorher/nachher Vergleich die langsamen Gänge etwas näher beisammen liegen, dafür die schnellen Gänge etwas weiter auseinander.
Zu guter Letzt habe ich aus den Reifen die Schläuche entfernt und durch Dichtmilch ersetzt. Das soll besseren Pannenschutz bieten und ein paar Gramm leichter sein. Tubeless (also: Schlauchlos) wird schon seit Jahren bei Mountainbikes propagiert, doch bis anhin war ich noch nie genügend motiviert um das wirklich ein- oder umzusetzen. Das hat verschiedene Gründe. Hauptsächlich lag es daran, dass ich wirklich selten Plattfüsse einfange und einen Schlauch zu wechseln oder zu flicken ist nun wahrlich keine grosse Sache. Zudem schreckte mich der Umgang mit klebrigen Flüssigkeiten (Dichtmilch) doch noch etwas ab. Na ja, nun hat mich die Marketing-Maschine also auch gekriegt ![]()
Nach der Bastel- und Umbaustunde bin ich dann natürlich auch eine Bikerunde gefahren um alles auszuprobieren. Die veränderte Schaltung ist tip top! Das hat sich gelohnt. Nun fühlen sich die Gangwechsel doch gleichmässiger an und das ist berghoch doch einiges angenehmer. Vom ovalen Kettenblatt habe ich nichts gespürt. Was aber klar war und sich so auch zeigte: Durch das kleinere Kettenblatt haben sich die grossen/schnellen Gänge noch einmal verkürzt. Auf einer flachen Strasse trete ich nun Gang 9 oder 10 und wenn es nur schon leicht bergrunter geht, schalte ich auf den höchsten, den 11ten Gang. Über 30km/h kann ich nicht mehr mittreten. Tja, das ist der Preis einer 11fach Schaltung mit nur einem Kettenblatt. Entweder es funktioniert gut berghoch (wie jetzt bei mir) oder es funktioniert gut bergrunter. Beides gleichzeitig geht nicht.
Die Anpass- und Bastelarbeiten sind nun abgeschlossen. Im Hinblick auf die geplante Reise werde ich mich darum kümmern müssen, welches und wieviel Gepäck ich mitzunehmen gedenke und wo am Rad das dann untergebracht wird. Das hat aber noch Zeit. Jetzt würde ich mich über ein paar trockene Tage freuen, an denen ich das TREK 1120 noch etwas durch die Wälder und Hügel der Umgebung fahren könnte.
Samstag, 1. Dezember 2018
Heute war ich mit Freunden für eine Bikerunde verabredet. Das letzte Mal "Samstagsbiken" ist ja schon ewig her. Nachdem es gestern Nachmittag und über die Nacht regnete war klar, dass es im Wald dreckig wird.
Und so war es dann auch. Das neue Bike wurde kräftig eingesaut und so konnte oder wollte ich es dann nicht im Schuppen abstellen. Solange der Dreck noch frisch und feucht ist, lässt er sich auch noch relativ gut abwaschen und wegputzen. Das neue Velo hat mir schon etwas leid getan...
Die Tour war nicht allzu lang, aber knackig und ich durfte auch feststellen, dass meine Begleiter gut in Form sind. Es war zeitweise anstrengend und hart um mitzuhalten. Wenn ich alleine unterwegs bin nehme ich es gemütlicher. Soviel ist klar. Aber: Es macht schon Spass mit Freunden unterwegs zu sein und zwischendurch etwas zu plaudern. Auch wenn ich dafür zeitweise leiden muss.
Sonntag, 25. November 2018
Meine Hintergedanken vor dem Kauf des TREK 1120 waren, dass ich gerne eine nächste Radreise unternehmen möchte, die vorwiegend abseits asphaltierter Strassen stattfindet. Die Frage danach, wo diese Reise erfolgen soll, klärte sich relativ rasch. Ich verbinde immer noch sehr positive Gefühle mit der Italien-Radreise von 2011 und dachte schon damals, dass ich irgendwann wieder zurückkehre und die Gegend zwischen Rom und Florenz noch einmal bereisen werde.
Ich stöberte ein paar Stunden im Internet und wurde auf folgende Strecken aufmerksam:
Die erste Idee war dann von Rom bis nach Mailand zu fahren. Zuerst ein Stück entlang der Italy Divide Route, dann grosse Teile des Tuscany Trails bis nach Massa und von da entlang der Via Francigena bis in die Nähe von Mailand. Es galt aber auch ein paar eigene Ideen einzuflechten. Wie zum Beispiel den Park der Monster in Bomarzo oder das unglaublich schöne Hügeldorf Civita di Bagnioregio. Auf der anderen Seite kann ich z.B. auf Florenz verzichten. Da war ich schon mehrmals, da will ich lieber etwas anderes sehen.
Schon bald stand der erste Abschnitt fest. Start in Rom und Ziel in Massa (am Mittelmeer, in der Nähe von Carrara und La Spezia). Oben in Magenta/Violett dargestellt. Streckenlänge ca. 540 Kilometer, zu überwindende Höhendifferenz ca. 10'000 Höhenmeter. Verteilt auf 8 Reistage macht das dann 68km und 1'250Hm pro Tag. Machbar.
Den ersten Gedanken, von Massa aus der Via Francigena zu folgen habe ich später wieder verworfen. Oben in Blau dargestellt. Bei genauerer Betrachtung zeigte sich die vorgeschlagene Route überwiegend auf Asphaltstrassen und die Werbung auf der Seite für E-Bikes hat mich auch nicht sonderlich motiviert. Hinzu kam, dass sich ein fast gänzlich flacher Schlusstag, durch die Po-Ebene bis nach Mailand nicht vermeiden lässt. Die Po-Ebene habe ich als furchtbar langweilig in Erinnerung. Also eher nicht.
Die bikepacking.com-Beschreibung der Alta Via hat mir da gleich viel besser gefallen. Oben in Rot dargestellt. Das ist zwar deutlich anstrengender, doch halt auch viel spannender und mit super hohem offroad-Anteil. Ich plane nun einen Überbrückungstag von Massa nach La Spezia und folge dann der Alta Via Strecke bis kurz vor Genua, wo ich dann runter ans Meer abbiege. Für die geplanten 6 Reisetage stehen dann nur 280km, jedoch knapp 8'000 Höhenmeter auf dem Programm (Im Schnitt 47km und 1'350Hm pro Tag).
Eine erste Streckenplanung steht also. Start in Rom, Ziel in Genua, 14 Reisetage, 820 Kilometer, 18'000 Höhenmeter.
Die Frage wie komme ich nach Rom und wie komme ich von Genua wieder nach Hause hat sich relativ schnell geklärt. Ich werde wohl mit Flixbus reisen. Laut Auskunft auf deren Webseite werden Fahrräder mittransportiert und die Kosten sind einfach extrem niedrig. So rechne ich für Zürich-Rom mit etwa 70 Franken und für Genua-Zürich mit etwa 50 Franken. Unglaublich... Zugegeben: Eine Zugreise wäre ökologischer, doch mit dem Velo nur sehr schwer zu planen und vermutlich deutlich teuerer.
Als erstes Zeitfenster legte ich mal Montag, 25. Februar bis Dienstag 12. März 2019 fest. Klar würde ich lieber erst im Wonnemonat Mai reisen, doch mein Rikschageschäft lässt dies einfach nicht zu. Ich denke mal, das dies so in etwa noch vertretbar ist. Ab Mitte März muss ich dann schon wieder mit der Rikscha in Zürich präsent sein.
So. Das ist also mein erster Plan... da kann sich noch vieles ändern, doch eine erste Richtschnur ist nun gespannt. Ich freue mich!
Samstag, 24. November 2018
Heute wurde ich mit der Rikscha schon sehr zeitig für eine Hochzeitsfahrt gebucht. Wie meist war ich dann etwa 15 Minuten zu früh beim Treffpunkt und deshalb wollte ich um die Ecke noch eine Zigarette rauchen. Ich setzte mich dazu hinten in die Rikscha und drehte mir eine Zigi. Ich hatte das Feuerzeug in der Hand und wollte schon anzünden als ich plötzlich dachte "wieso steht die Rikscha so schief?". Ich stieg aus und sah, dass ich hinten rechts einen Plattfuss eingefangen hatte. Also nix mit rauchen, sondern in Windeseile Werkzeug, Pumpe und Ersatzschlauch hervorkramen, die Rikscha auf den Rücken stellen und den Schlauch wechseln. Zum Glück habe ich die Scherbe im Reifen sehr schnell gefunden und so war ich dann trotz diesem Schreckmoment pünktlich vor dem Standesamt. Die Rikschafahrt war dann ganz nett, weil die halbe Hochzeitsgesellschaft ebefalls mit Fahrrädern unterwegs war und wir so in einem kleinen Konvoi quer durch die Stadt radelten.
Kurz nach 10:00 Uhr war der Job erledigt und erste Sonnenstrahlen zeigten sich am Himmel. Was also jetzt tun? Ich hatte keine weitere Buchung mehr im Kalender, doch das Wetter versprach noch ein paar Taxifahrten zu offerieren. Oder doch lieber rasch zusammenpacken und dann zuhause noch eine Bikerunde drehen? Der Entscheid fiel rasch... ![]()
Als ich daheim ankam war Karin gleich aufgestanden und so genehmigte ich mir mit ihr zusammen ein zweites Frühstück. Dann nahm ich das neue Bike aus dem Schuppen und demontierte die orangen Gepäckträger. So wie ich das Bike momentan nutze, braucht es die schlicht nicht. Wenn dann wirklich eine Bikreise ansteht, sind sie schnell wieder montiert. So ist das Bike nicht nur gleich ein Kilo leichter, es ist auch nicht mehr ganz so auffällig.
Ich stürzte mich also wieder in Radklamotten und fuhr los. Gemütlich genoss ich das immer besser werdende Wetter. Mit etwa 8 Grad war es auch deutlich angenehmer als die letzten paar Tage. Ein richtiger Sonn-Tag.
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Ohne klaren Plan rad-wanderte ich ein paar Hügel in der Umgebung ab. Nach den Hochnebeltagen tat mir die Sonne richtig gut und meine Stimmung war aufgeräumt, zufrieden und dankbar. Nach den vielen Strassenkilometern der letzten Jahre sind diese Forststrassen und Singletrails wie ein Nachhause kommen. Die einstige Liebe zu Mountainbiketouren flammt wieder auf. Es ist nicht ein hitziges auflodern, sondern eher ein warmes, bekanntes und gereiftes Gefühl. Ein Wiedersehen mit heimischer Natur, mit Hügeln, Feldern, Wälder, Wiesen. Alles ganz direkt und klar. Insgesamt machte ich dreimal Pause. Blinzelte in die Sonne und genoss die stille und friedliche Atmosphäre. Nicht mal das eher hektische Treiben am Pistenende beim Flughafen hat mich irritiert. Es fühlte sich einfach alles rund und stimmig an. 