Montag, 20. November 2006
Donnerstag, 13. Juli 2006
Ich konsumiere, also bin ich...
Ich bin ein Stück Zeitgeist. Immer wieder stelle ich fest, wie sehr ich von der Zeit in der ich Lebe geprägt werde... da spielt es oft keine Rolle, wie gut ich über gewisse Dinge nachdenke und versuche eigenständig zu handeln. Schon das Nachdenken über mich und mein Leben findet ja im Kontext zum Jetzt, zu der mich umgebenden Mitwelt statt. Und so stelle ich fest, dass der Drang Dinge anzuschaffen und sich materielle Freude zu bereiten auch mich immer wieder befällt. Derzeit funktioniert diese Welt nun mal so... und ich als Teil davon halt auch. Ich arbeite und verdiene gutes Geld, also will ich etwas davon HABEN; will ich mich belohnen, verwöhnen, Luxus erleben. (Ist das der Versuch, die innere Leere mit äusseren Dingen aufzufüllen)? Das steht nämlich im Gegensatz zu der Erkenntnis dass es weniger zählt was man hat, als was man ist.
Ich weiss... und doch... könnte ich wieder einmal neue Klamotten kaufen... oder ein paar Biketeile... oder gar über ein neues MTB für 2007 nachdenken... oder... Es ist unglaublich. Mein Geist sucht sich immer neue Begierdeobjekte aus und drängt mich dann dazu, diesen nachzujagen. Über Sinn oder Unsinn nachzudenken ist völlig zwecklos. Ich werde geprägt von der Welt und dem Zweitgeist in dem ich lebe... und der heisst nun mal: Ich konsumiere, also bin ich.
Montag, 26. Juni 2006
zwischen 2'000 und 3'000
Montag, 8. Mai 2006
eigentlich.... sollte ich....
Montag, 10. April 2006
Ich bin doch (nicht) blöd
So zwei- dreimal im Jahr lässt es sich nicht vermeiden und auch ich betrete einen Media Markt... Nachdem ich es mir schon vor den Ferien mehrmals vorgenommen, dann aber doch immer wieder gekneift habe, wollte ich es heute -am ersten Tag nach den Ferien- gleich hinter mich bringen. Ein WLAN-Adapter für den PC meiner Eltern und ein Datenkabel für das Handy meiner Frau mussten her. Ausserdem wollte ich mal sehen, was derzeit so an Digitalkameras "fahrradtauglich" ist; sprich: klein, leicht, mit kurzen Auslösezeiten.
Also direkt nach der Arbeit in den Elektronik-Konsumtempel. Erstaunlich, da tummeln sich immer Unmengen von Leute... selbst Montags... in der Mitte zweier Lohnzahlungen... (wobei, im kauf jetzt und bezahle später Zeitalter spielt das ja nicht mehr wirklich eine Rolle).
Die Dinge die ich brauche, sind rasch gefunden. Nun noch etwas rumgucken....
Es ist immer das Selbe.... es ist mir einfach zu viel! Da gibt es z.B. über 50 Modelle an Digitalkameras... Selbst nach 10 minütiger Bedienung (die zugegebenermassen nicht mal schlecht war) bin ich so doof wie zuvor und habe noch keinen echten Unterschied zwischen der 300- und der 500-Franken-Kamera entdeckt... Diese Unmenge an vorproduziertem Elektronikschrott nimmt mir jede Kauflust. Sorry, es ist zu viel! Es erscheint mir dann so sinnlos. Dieses "darf's etwas mehr sein?" Dieses "komm nimm noch dies, es ist gerade so günstig" löst bei mir förmlich einen Anti-Kaufreflex aus. Ich verlasse den Kamerabereich und schlendere noch etwas durch die Gänge, schaue mir einzelne Dinge an und weiss immer mehr, was ich bestimmt alles nicht brauche.... es wird mir bewusst, wie sehr Materie Energie absorbiert und ich bin nicht willens meine Energie so sehr an diese tote Materie zu binden. Einfach bleiben - das ist Lebensqualität. Frei von unnützen Dingen sein. Sinnfreiheit nicht einfach mit "Dingen" auffüllen. Sein statt Haben.... Ich gehe mit meinen genau zwei Dingen an die Kasse.
Tja, lieber Media Markt, ich bin dann halt doch blöd.... (das Konzept zieht bei mir einfach nicht).
Donnerstag, 2. März 2006
werbegeschädigt...
An unserem Briefkasten klebt kein "STOP! Keine Werbung!" und so ist jeweils am Donnerstag ein ganzer Stapel Papier im Kasten. Unser Konsumentenkurzzeitgedächtnis reicht scheinbar gerade um in zwei Tagen, am Samstag, zur grossen Shoppingtour anzusetzen. Deshalb ist wohl der Donnerstag der super Werbetag. Wie auch immer: Ich wartete auf meine Frau und deshalb habe ich -wie vielleicht zwei mal im Jahr- den ganzen Stapel durchgesehen..... Unglaublich! Alles wird immer billiger... nichts hat mehr wirklich Wert... alle müssen alles besitzen... jederzeit.... -> da erinnere ich mich an "Max und Moritz" von Wilhelm Busch.
Voll, übervoll der Dinge die man in sich hineinstopft, die man sich einverleibt, besitzen muss, HABEN muss. Bei so viel Werbung überlaufe ich schon rein visuell... Darf's noch etwas "Ferien auf Mallorca" sein oder "Möbel im Sonderausverkauf" oder "Schuhe für 19.90" oder "Designerlampen für 49.90" oder ein "Super-Mountainbike für 149.00", "Handies", "Flachbildfernseher", "Laptops" und... und... und.... schüttel... ich kann nicht mehr... ich verweigere! Ziel verfehlt!
So neige ich also langsam aber sicher zur Verweigerung.... vor allem zur Verweigerung des Billigen. Kaufe lieber weniger, dafür qualitativ besser. Ich mag mich einfach nicht mit "Neu-Schrott" abgeben. Natürlich.... ich unterfüttere da auch meine Vorurteile bezüglich Kinder- Billiglohn-Arbeiten, inexistente Sozialsysteme, fehlende Umweltbestimmungen, zu billige Transporte, usw., etc., pp......